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‚ZukunftsWerkstatt Brot‘ beim STADT LAND FOOD Festival vom 2. – 5. Oktober in Berlin

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Dabei sind: Peter Kunz aus der Schweiz als Vertreter der vier biologischen Getreidezüchtungsinitiativen; Josef Lechner (Müller und Mühlenbauer) mit seinem ‚Mühlomat‘ greifen wir das Thema ‚Mittlere Technologie‘ auf; Carla Proetzel (Bäuerin der jAbL) und Liesi Löcker (Bio-Bäuerin aus dem Lungau in Österreich) zum Thema Boden/Bodenfruchtbarkeit/Biodiversität/… und zahlreiche backende Kollegen (Märkisches Landbrot, Sironi und endorphina aus Berlin, Bäckerei Wiese aus Eberswalde, Bäckerei Montag aus Łódź, Bäckerei Meffert aus Lemgo, …).

 

Infos zum Festival findet ihr unter: www.markthalleneun.de/stadt-land-food-festival sowie zum Kongress unter: www.meine-landwirtschaft.de/aktuell/termine.html.

 

Im Vorfeld lädt die Agrarkoordination am 2. Oktober zu der Tagung Saatgut im Spannungsfeld zwischen open source und Patent ein

http://www.agrarkoordination.de/fileadmin/dateiupload/PDF-Dateien/AK-Saatgut_Fachtagung_Einladung_01.pdf

 

Wir freuen uns wenn ihr unsere Werkstatt besucht!

Nachstehend die Presseinformation und das Programm der ZukunftsWerkstatt Brot:

 

 


Diesjährige SAAT-GUT-BROT Aktion vom 02. – 07.06.2014 gestartet.

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Mit dem folgenden Bericht über die ersten ‚Bäcker.Feste‘ wird der Beginn der Aktionswoche am 2. Juni angekündigt.
Rund 400 Gäste besuchten am 18. Mai den Bioland-Hof Kreppold bei Aichach in Bayern. Dorthin eingeladen hatten neben der Familie Kreppold zwei an der SAAT GUT BROT. Aktion beteiligte Bäckereien, die Bio-Bäckerei Schubert aus Augsburg und die Bio-Bäckerei Gürtner aus Oberroth. Astrid Österreicher, Saatgutexpertin der Organisation Arche Noah aus Österreich, erläuterte vor Ort, dass in den vergangenen 100 Jahren die Vielfalt unserer Kulturpflanzen durch die Industrialisierung der Landwirtschaft weltweit um 75% zurückgegangen ist. Saatgut-Monopole, Gentechnik, Klimawandel und Kriege gefährden dieses kostbare Erbe. Welche Bedeutung es hat dieser Entwicklung mit positiven Visionen und gemeinschaftlichen Aktivitäten ganz praktisch entgegen zu treten stand im Focus des Festes. Allein durch bewusstes Einkaufsverhalten, nach dem Motto ‚Essen was zu schützen ist‘, kann die Form der Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung gefördert werden, die sich an einem System der gesunden, nachhaltigen und am Gemeinwohl ausgerichteten Ernährung orientiert.
Das nächste ‚Bäcker.Fest‘ fand am 22. Mai auf dem, über die Grenzen Österreichs hinaus bekannten, Schrannen-Markt in Salzburg satt. Dort informierte Itzlingers Bio-Bäckerei gemeinsam mit dem Verein ‚Lungauer Arche‘, einem Slow Food Projekt über den Lungauer Tauernroggen. Ebenfalls vor Ort vertreten waren der Verein ‚Die Bäcker.‘ und mit anschaulichen Informationen Arche Noah und ÖBV – Via Campesina Austria. Zahlreiche Marktbesucher/innen betonten in Gesprächen, wie wichtig es ist, sich für die Artenvielfalt, gesunde Ernährung und die Rechte von kleinen, bäuerlichen Betrieben einzusetzen. Viele Menschen sprachen in diesem Zusammenhang auch ihre Sorgen und ihre Verärgerung an, die mit den Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) zusammen hängen. Dass die Politik die Interessen großer Konzerne, auch im Bereich der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft, über das Wohl der Bevölkerung stellt und sich abzeichnet, dass demokratische Strukturen mit der Verabschiedung des Abkommens weiter ausgehebelt werden, zog sich wie ein roter Faden durch die Gespräche während der Veranstaltungen.
Am 24. Mai hatte dann in Berlin die ‚Markthalle Neun‘ zusammen mit dem Verein ‚Die Bäcker.‘ zum Fest für Vielfalt eingeladen. Neben den Bäckereien die regelmäßig in der Markthalle vertreten sind waren mit dabei: Moin Bio-Backwaren aus Glückstadt, die Berliner-Bio-Bäcker mit einem Gemeinschaftsstand, Märkisches Landbrot und die Privatbäckerei Wiese aus Eberswalde. Außerdem die Mühle Steinmeyer aus Luckenwalde, Slow Food Berlin, der Fachschulverein Bäcker- und Konditoren Bergholz-Rehbrücke e.V. (FBK) sowie mit einem weiteren Gemeinschaftsstand Save Our Seeds, 2000m2, Aktion Bantam Mais, die Zukunftsstiftung Landwirtschaft, die Kampagne Meine Landwirtschaft und Inkota.
Ein besonderes Ereignis war eine Kunstaktion mit Kindern. Tainá Guedes, Food Artist und Köchin, stellte mit einem kreativen Team von Bäckermeistern – Rüdiger Hager (FBK), Björn Wiese (Privatbäckerei Wiese) und Peter Steinhoff (Märkisches Landbrot) – und weiteren kleinen und großen HelferInnen ein buntes, phantasievolles Brotkunstwerk der Vielfalt her. Die gebackenen Kunstwerke wurden am Ende des Markttages versteigert. Die Spenden der Veranstaltung in der ‚Markthalle Neun‘ kommen, anders als die der Aktionswoche, einem Projekt in Nordmosambik zu Gute. KULIMA, eine Partnerorganisation von Inkota www.inkota.de unterstützt Kleinbauern und Bäuerinnen aus sechs Dörfern auf ihrem Weg zur Ernährungssouveränität.
Mosambik ist eines der Länder, das ein Abkommen mit der internationalen Initiative „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ der G8-Staaten (G8NA) abgeschlossen hat. Negative Auswirkungen auf die Biodiversität und die vielfältigen informellen afrikanischen Saatgutzüchtungen sind zu befürchten, denn das Abkommen bedroht den Markt für einheimisches Saatgut. Die G8NA setzt auf privatwirtschaftliche Investitionen in die Landwirtschaft und fördert ein industrielles Agrarmodell. In dem Abkommen verpflichtet sich Mosambik unter anderem dazu, die Verteilung von frei verfügbarem und nicht modifiziertem Saatgut zukünftig zu verbieten und Eigentumsrechte für Saatgut zu schaffen. Die Inkota-Partnerorganisation ‚Kulima‘ versucht, dieser Entwicklung auf lokaler Ebene entgegenzutreten, sie unterstützt Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bei der Sicherung ihrer Ernährungssouveränität. Ein wichtiges Ziel ist es, eigenes Saatgut zu produzieren und damit die Aussaat für den nächsten Erntezyklus zu sichern.
Durch die Spendenaktion SAAT GUT BROT. werden die europäischen Initiativen zum Erhalt der Sortenvielfalt und zur biologischen Saatgutzüchtung mit der Initiative von KULIMA, exemplarisch für Initiativen in Afrika, in einen Zusammenhang gebracht. Es wird deutlich, dass das Problem der Saatgutvielfalt, Saatgut- und Ernährungssouveränität nicht nur uns betrifft. Für die globalen Fragen – ‚Wer bestimmt was wir essen? ‘ und ‚Wie und von wem wird zukünftig unsere Nahrung erzeugt? ‘ – können weltweit Lösungen nur gemeinsam entwickelt werden.

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