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Tagungsbericht: „Zukunft braucht Handwerk“ am 06.02.2017

Youngsters

Die Tagung des Die Freien Bäcker e.V. war ein voller Erfolg!
Zur Einstimmung auf die Tagungsthemen waren die TagungsteilnehmerInnen bereits am Sonntag in Ebnisee im Schwäbischen Wald eingetroffen. Ein Drittel der rund 60 TeilnehmerInnen kam direkt von einem Backworkshop, den der Verein in einer Schweizer Bio-Bäckerei veranstaltet hatte. Die aus der Schweiz mitgebrachten Gebäcke, besonders das Pane Olive Peperoncini aus Dinkel-Ruchmehl, sowie außergewöhnliche Spezialitäten aus einigen Backstuben der TagungsteilnehmerInnen wurden vor dem Abendmenü gemeinsam mit großem Interesse verkostet.
Die BäckerInnen, lange Tage gewöhnt, diskutierten am Vorabend der Tagung noch zu später Stunde lebhaft mit dem Regisseur Valentin Thurn. Es ging um Fragen, die sich aus seinem im Anschluss an das Abendessen gezeigten Film „10 Milliarden – wie werden wir alle satt?“ ergeben hatten. Gesprächsstoff boten besonders die Beiträge des Dokumentarfilms, in denen Menschen aus den verschiedensten Regionen der Welt zur Sprache kamen, die an ihre Lebensverhältnisse angepasste Formen und Strukturen entwickelt haben, um unabhängig von den Interessen von Agrarkonzernen und Börsenspekulanten, ihre Ernährung zu organisieren und zu sichern.
Zum Beginn der Tagung am 6. Februar beschrieb die Philosophin und Ökonomin Christine Ax, warum Handwerk – durch Nähe und Verantwortung geprägt und mit der Region sowie deren Geschichte und Kultur verbunden – strukturell nachhaltig ist. Christine Ax, „Handwerk gehört zur Antwort auf die Krise des Kapitalismus“. Aus ihrem Vortrag und der Film-Diskussion des Vorabends, ergaben sich bereits zu Beginn der Tagung zwei Forderungen. Zum einen müssen Preise die ökologische und soziale Wahrheit sagen und zweitens ist zukünftig eine sozialökologische Form der Besteuerung umzusetzen. „Eine solche Neugestaltung des Steuersystems, bei der menschliche Arbeit entlastet und Energie, Rohstoffe und Kapital stärker belastet werden, ist ein wichtiger Schritt für den notwendigen Wandel des Ernährungssystems“, so Christine Ax. Das Ziel dabei ist, die bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft, das (Lebensmittel-)Handwerk und faire, regionale Handelsstrukturen zu stärken. Eine solche Wertschöpfungskette ermöglicht regionale Nahrungsmittelsicherheit, verbessert die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) unserer Versorgungssysteme und trägt zur Attraktivität und Lebendigkeit ländlicher Räume bei.
Rege wurden in der sich anschließenden Gesprächsrunde mit Ursula Hudson (Vorsitzende von Slow Food Deutschland), Valentin Thurn, Christine Ax, Anke Kähler (Vorsitzende Die Freien Bäcker e.V.) und den Tagungsteilnehmenden aus dem Handwerk und der Landwirtschaft die verschiedensten Herausforderungen für die handwerkliche Lebensmittelherstellung erörtert. So ging es u.a. um die Frage, wie BäckerInnen bei direktem Rohwarenbezug, von landwirtschaftlichen Betrieben oder kleineren, regionalen Mühlen, mit Schwankungen der Rohstoffqualität umgehen. Wie lassen sich variierende sensorische Brot- und Gebäckqualität als Qualitätsmerkmal vermitteln? Dass „Handwerk hat keinen Schutz hat“ stellte Jörg Meffert aus Lemgo zur Diskussion. Nach wie vor ist es möglich, den Begriff und das Bild von Handwerk missbräuchlich für die Bewerbung von industriell hergestellten Produkten zu verwenden. Der wachsende Vertrauensverlust der VerbraucherInnen wird auch durch die steigende Zahl an bürokratischen Regulierungen nicht eingedämmt. Im Gegenteil, die Zunahme an Kontrollen und notwendigen Zertifikaten für die Vermarktung von Lebensmitteln führt dazu, dass es handwerklichen Herstellern immer schwerer gemacht wird, sich am Markt zu behaupten. Dabei sind grade die Handwerksbetriebe – mit ihrer Kreativität und ihrer Nähe zur Landwirtschaft sowie zu ihren Kunden – die Impulsgeber für Innovationen und neue Wege zu einer nachhaltigen Ökonomie.
„Zukunft braucht Handschlag“ – dieser Satz, ausgesprochen von Herbert Völkle, dem Geschäftsführer der Getreidezüchtung Peter Kunz aus der Schweiz, wurde zum Motto einer der drei Arbeitsgruppen, auf die sich die Tagungsteilnehmer*innen dann aufteilten. Kurz skizziert die Ergebnisse der Arbeitsgruppen:

Das Bäckerhandwerk neu erfinden – neue Wege und Konzepte

Die zwanzig Bäcker*innen dieser Arbeitsgruppe kamen nach der Vorstellung der Betriebskonzepte von Sebastian Däuwel (Die Brotpuristen aus Speyer) und Nico Scheller (BrotZeit aus Grünwald bei München) zu dem Resümee, dass die neuen wie auch die zum Teil schon seit mehreren Generationen bestehenden Bäckereibetriebe durch einen handwerklichen Ehrenkodex verbunden sind. Zu diesem Kodex zählen sie: die Übereinstimmung von Schein und Sein (Authentizität), Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit, aber auch Werte wie ihre Hingabe zum Handwerk und die Beständigkeit, immer wieder die Qualität der eigenen Arbeit auf den Prüfstand zu stellen.

Hemmnisse beim Auf- und Ausbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten – vom Saatgut bis zum Brotverkauf

Im Focus der Arbeitsgruppe mit Herbert Völkle, Mareike Artlich von der ‚Jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft‘ (JAbL) und Christian Lecht (Bäckermeister und Mitglied des Die Freien Bäcker e.V. aus Hannover) stand, dass der fachliche Austausch zwischen ZüchterInnen, Bauern und Bäuerinnen, MüllerInnen und BäckerInnen intensiviert werden soll. Dabei geht es vor allem um die gegenseitige Vermittlung der Qualitätsaspekte der einzelnen Stufen. Auf dieser Grundlage kann gegenseitige Wertschätzung entstehen, die nicht zuletzt das Vertrauen und die Verbindlichkeit der Partnerschaften und damit die Auskömmlichkeit der Preise auf allen Stufen der Wertschöpfungskette fördert. Des Weiteren wurde als bedeutsam genannt, die VerbraucherInnen als DialogpartnerInnen stärker einzubeziehen.

Hürden & Bürden des Handwerks

Zum Beginn dieser Arbeitsgruppe wurde zusammen getragen, was sich ändern muss und wie dies anzupacken ist. Einigkeit herrschte bei der Forderung, dass der strukturellen und ökonomischen Benachteiligung des Handwerks ein Ende zu setzen ist. Trotz häufiger Ankündigungen aus den Reihen der Politik, das Problem erkannt zu haben und anzugehen, steigt dennoch die Flut an zeit- und kostenintensiven Regulierungen und Markthemmnissen. Wo das regionale Handwerk und die bäuerliche Betriebe in die Knie gehen, entstehen menschleere Räume und eine Spirale nach unten. Von den Verantwortlichen im Bund sowie in der EU wird ein deutlicher Abbau von Regulierungen und Markthemmnissen für kleine und mittlere Handwerksbetriebe und die Stärkung des Prinzips Eigenverantwortung gefordert.

Das Handwerk stärken

In der Fish-bowl Diskussion am Ende der Tagung trugen die TagungsteilnehmerInnen Vorschläge zusammen, wie sich eigeninitiativ ihr Handwerk und ihre Wertschöpfungsketten stärken lassen. Petra Schmettow (forum für internationale entwicklung + planung e.V.), deren Tagungsmoderation mit einem starken Applaus bedacht wurde, bat zum Schluss um ein Resümee der Organisatoren. „Die klar formulierten Aufträge der Tagung und die zahlreichen konkreten Ideen werden in die Arbeit des Die Freien Bäcker e.V. einfließen“, versicherte Anke Kähler, die am nächsten Tag auf der Mitgliederversammlung erneut zur Vorstandsvorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Die Tagung endete dann mit einer Besichtigung der Bio-Bäckerei Weber in Winnenden, deren Gebäcke die Tagungspausen mehr als versüßt hatten.
Nachtrag zur Vorstandswahl auf der Mitgliederversammlung des Die Freien Bäcker e.V. am 7.2.2017, gewählt wurden:
Anke Kähler (1. Vorstand), André Heuck (2. Vorstand), Cord Buck (Hannover), Jürgen Fink (Steinau a.d. Strasse), Jörg Meffert (Lemgo), neu dabei ist Johannes Dackweiler (Düsseldorf)

Die Freien Bäcker – Relaunch nach fünf Jahren

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Im Laufe der über fünfjährigen Zusammenarbeit haben sich der Verein, seine Mitglieder und damit auch die Visionen des Die Bäcker. Zeit für Geschmack verändert. Die Entwicklung von Antworten auf gesellschaftliche Fragen, die das Bäckerhandwerk direkt und indirekt betreffen, haben die Mitglieder der Berufsorganisation veranlasst, ihre Werte und Ziele zu prüfen und neu auszurichten. Auch dies – den Status quo ohne Angst vor Veränderung auf den Prüfstand zu stellen – machen das Handwerk und seine Zukunftsfähigkeit aus. So haben im Juni, auf ihrer Versammlung in Salzburg, Gründungsmitglieder und neue Kollegen gemeinsam das Leitbild neu verfasst. Darüber hinaus wurde der Entschluss getroffen, den Namen des Vereins – dem Leitbild entsprechend – abzuwandeln. Die Organisation heißt nun: Die Freien Bäcker Zeit für Verantwortung e.V.
Was Die Freien Bäcker antreibt, sich parallel zur offiziellen Berufsvertretung, aktiv in einer unabhängigen Organisation für ihre Belange zu engagieren, beschreibt Andreas Schomaker, neues Mitglied im Verein: „Mir geht es um unsere Souveränität und unsere gesellschaftliche Verantwortung als Handwerker. Eine unserer Stärken ist es, Rohstoffe zu verarbeiten wie sie von Natur aus sind und aus ihnen, gemäß ihrer Beschaffenheit, Lebensmittel mit Charakter zu schaffen.“
Anke Kähler, Vorstandsvorsitzende der Organisation: „Was wir in unserem Leitbild ‚Souveränität des Handwerks‘ nennen, beschreibt ein Satz des Schriftstellers Herman Peter Piwitt aus dem Jahr 1976 sehr treffend: „Kultur hat, wer Herr seiner Sinne, seines Interesses, seiner Werkzeuge ist“. Souveränität schließt Achtsamkeit und den Blick auf das Gemeinwohl ein. Diese Tugend war und ist das Fundament des Handwerks.“
Die Freien Bäcker unterstützen sich gegenseitig. Dazu gehört auch, dass sie ihr Know-how, ihre Kreativität und Phantasie zusammen bringen und teilen. Die Zusammenarbeit ermöglicht, Wissen und handwerkliches Geschick gemeinsam weiter zu entwickeln. Zur praxisnahen Weiterbildung werden Arbeitskreise, Seminare und der Austausch von Mitarbeitern organisiert. Darüber, dass die Qualität eines Lebensmittels mehr ist als die Summe der sensorischen Merkmale, sind sich die Mitglieder des Vereins einig. Bei den Weiterbildungsangeboten geht es deshalb grundsätzlich auch um die Berücksichtigung aller Faktoren, die auf die Beschaffenheit und den Wert der verarbeiteten Rohstoffe und letztlich der Gebäcke einwirken.
„Neue Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung sind für uns dann von Nutzen, wenn sie mit dem Prinzip Handwerk, mit der Unabhängigkeit und selbstbestimmten Ausübung unseres Handwerks vereinbar sind“, so André Heuck aus Augsburg, seit Januar 2016 zweiter Vorstandsvorsitzender. „In diesem Sinne bedeutet ‚frei‘ in unserem Namen auch, Gebäcke ohne Hilfsmittel wie bspw. technische Enzyme herzustellen. Sie berauben uns unserer Wahrnehmungsfähigkeit und der Möglichkeit Erfahrungen zu gewinnen. Kunden die bewusst bei einem Handwerksbäcker einkaufen, erwarten keine Gebäckqualität die durch einseitige Wirkung isolierter Zusatzstoffe verfälscht wurde.“

BROTZEIT: Programm

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WERKSTATT

Die Bäcker. Werkstatt
Ort: Zweite Insel links vom Eingang Eisenbahnstraße
Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. stellen ihr Handwerk vor
Mit dabei:
Backwerk Demeter-Bäckerei/Hannover, Bäckerei-Konditorei Dirk Weber/Lichtenfels, Itzlingers Biobäckerei/Salzburg, Landbäckerei Thieme/Erfurt, Vollkorn- und Biobäckerei Meffert/Lemgo, Bio & Vollwert Bäckerei Schubert/Augsburg, Simon Wöckl/Wien, Bäckerei Stiefel/Bretten, Trollbrot/Essen, Das Backhaus/Göttingen, Biobäckerei Weber/Winnenden, Buck’s Backparadies/Hannover, Fink-Backen mit Liebe und Zeit/Steinau a.d. Strasse, Himmelbäck/Lauingen

Freibäcker Werkstatt
Ort: Im historischen Marktstand Eingang Eisenbahnstraße
Die Kunst der fränkischen Laugenbrezeln mit Arnd Erbel (arnderbel.de)

Back-Blogger Werkstatt
Ort: Eingang Pücklerstraße vor Aldi
Backblogger zeigen Seele(n)
Mit Lutz Geißler (ploetzblog.de), Manfred Schellin (schellikocht.de), Stefanie Herberth (hefe-und-mehr.de), Werner Danz (cucinaepiu.de)

Brotwüstenexpeditionsfahrzeug
Ort: Auf der Eisenbahnstraße vor der Markthalle Neun
In einer mobilen Bäckerei besonderer Art backen Florian Domberger (domberger-brot-werk.com) und Björn Wiese

Mitmachwerkstatt für Klein & Groß
Ort: Dritte Insel rechts vom Eingang Eisenbahnstraße
Teilnehmerzahlen der Kurse sind begrenzt! Anmeldung am Slow Food Youth Stand.
1. Backkurse
Ab 10:15 Uhr stündlich ‚Vom Korn zum Brötchen‘
Groß und Klein können hier mit Bäckermeistern des Die Bäcker. E.V. mahlen, kneten, formen und backen!
11:30 Uhr Japanische Gebäcke füllen und schmücken mit Kaoru und Machiko, KAME Berlin
14:00 Uhr Sauerteig für Einsteiger mit Stefan Linzmaier, Slow Food Youth
2. Gutes aus altem Brot – Kochkurse, in Kooperation mit Slow Food Youth und Slow Food Berlin. Mit Slow Food Youth ausprobieren, was man mit „trocken Brot“ alles machen kann.
13:00 Uhr Brotsalat
14:30 Uhr Ofenschlupfer
15:30 Uhr Semmelknödel
Genusswerkstatt – Verkostungen
Ort: Markttisch neben der Tribüne
12 Uhr Was ist eigentlich gutes Brot? Mit Rüdiger Hager/ IGV
13 Uhr Spluffin Tasting mit Johannes Hüsing
14 Uhr Focaccia Tasting mit Alfredo Sironi
15 Uhr Japanische Backkultur mit Kaoru und Daniel von KAME Berlin
16 Uhr Was ist eigentlich gutes Brot? Mit Rüdiger Hager/ IGV

Ausstellungen
Ort: Eingang Pücklerstraße vor kik

Ohne Boden kein Brot
Entdecke den Boden als Grundlage für unser Leben und unser Brot in Experimenten, Rätseln und an der Malmitmachwand mit Daniel Diel (2000m2.eu/schule/)
Investitionen in die Landwirtschaft
Die Ausstellung der Agrarkoordination zeigt die Konzentrationen im weltweiten Ernährungssystem und was wir brauchen, um das Recht auf Nahrung zu verwirklichen

Kurzfilme
Ort: Hinter dem Craftbeer-Stand Heidenpeters

DEBATTE
Ort: Auf der Insel neben der Tribüne zum Mittelgang

10.30 Uhr Auftaktdebatte: Handwerk mit Zukunft – Zukunft mit Handwerk
Gespräch mit den Bäckermeistern: Wolfgang Fandrich, Alfredo Sironi und Arnd Erbel. Moderiert von Christine Ax, Philosophin, Ökonomin, Journalistin

11.30 Uhr Was heißt eigentlich ‚Bäuerliche Landwirtschaft‘? Wie gehört sie mit dem Handwerk – als Zukunftsvision – zusammen?
Mit Johanna Böse-Hartje, ABL und BDM

12.30 Uhr Welches Saatgut braucht die Welt?
Zwei Impulsvorträge, anschließend Diskussion
Bäuerlich-handwerkliche Brotkultur: nur mit gentechnikfreiem Saatgut. Mit Stefanie Hundsdörfer & Eva Gelinsky/ IG Saatgut
Warum brauchen wir eine Züchtung für den ökologischen Landbau? Mit Bertold Heyden/ Keyserlingk Institut

13.30 Uhr Zukunfts-Back-Kurs – Die Industrie 4.0 möchte Lebensmittel drucken, ist das mit unseren Vorstellungen von gutem Leben vereinbar?
Impulsvortrag mit Diskussion
Mit Christine Ax Philosophin, Ökonomin, Journalistin

14.30 Uhr Brot für die Welt und das Brot in der Welt
Gespräch mit Stig Tanzmann/ Brot für die Welt, Veruska Prado/ University of Goas, (Brasilien), Yvonne Takang/ Aktivistin für Ernährungssouveränität aus Kamerun, Biraj Patnaik / Chefberater des Obersten Gerichtshofs im Verfahren um das Recht auf Nahrung (Indien)

15.30 Uhr Brot gehört nicht in die Tonne!
Gespräch über Wege für Bäckereien und ihre Kundschaft, Brotberge am Ende des Tages zu vermeiden. Moderiert von Lotte Heerschop, Slow Food Deutschland

16.30 Uhr Wie kann fairer, regionaler Handel gelingen?
Impulsvortrag und Diskussion, mit Jasper Heilmann/ Demeter Berlin-Brandenburg e.V.

Geführte BrotZeit-Tour
Ab 11Uhr zu jeder vollen Stunde mit Peter Plaumann von Die Bäcker.
Treffpunkt: Infostand Die Bäcker.

MARKT
Bäckereien
Beumer und Lutum (beumer-lutum.de)
Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. (die-baecker.org)
Endorphina (endorphina.de)
Himmelbäck (himmelbaeck.de)
Jute Bäckerei (jute-baeckerei.de)
KAME japanese bakery (kame.berlin)
Märkisches Landbrot (landbrot.de)
Privatbäckerei Wiese (privatbaeckerei-wiese.de)
Sironi il pane di Milano (facebook.com/sironi.de)
Soluna Brot&Öl (markthalleneun.de/anbieter/soluna-brot-und-oel)
The Bread Station (thebreadstation.wordpress.com)

Organisationen vom Saatgut bis zum Backen
Keyserlingk-Institut (saatgut-forschung.de)
Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (ig-saatgut.de)
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (abl.ev.de)
Gut Rosenkrantz (Gut-Rosenkrantz.de)
Demeter Berlin-Brandenburg (demeter.de)
fair & regional – Bio Berlin-Brandenburg (fair-regional.de)
Institut für Getreideverarbeitung (igv-gmbh.de)
Die Bäcker.Zeit für Geschmack e.V. (die-baecker.org)
Slow Food Youth (slowfoodyouth.de)/ Slow Food Berlin (slowfood-berlin.de)

Breakfast Market c/o BrotZeit
Chaiwallahs (facebook.com/Chaiwallahsberlin)
Eddielicous (facebook.com/EddieliciousBerlin)
Hommous & Khobez
J. Kinski (jkinski.de)
Spluffin (spluffin.berlin)
Tapiocaria (tapiocaria.berlin)
TATAS (tatas-berlin.de)
toctoc (facebook.com/TOCTOCfood)

Essen, Trinken & feine Sachen
Alte Milch (facebook.com/altemilch)
Apfel On Tour (facebook.com/apfelontour1)
Barbaras Küche (barbaraskueche.de)
Berlin Beef Balls (berlinbeefballs.de)
Big Stuff Smoked BBQ (bigstuff.de)
Café 9 (facebook.com/cafe9berlin)
Echt Fläming (echt-flaeming.de)
Gusto Artesano(facebook.com/gustoartesano)
Heidenpeters (heidenpeters.de)
Kumpel & Keule (kumpelundkeule.berlin)
Küchenliebe (kuechenliebe.de)
Monsieur Collard (facebook.com/monsieurcollard)
Oma Marnie’s Pies in Germany (omamarnies.com)
Rosa Canina (rosacanina.eu)
Salumeria del sud (salumeria-del-sud.com)
Schaufenster Uckermark (berlin-genusswerk.de)
Sun Day Burgers (facebook.com/Sun.Day.Burgers)
Tapas La Cazuela (tapaslacazuela.de)
TeaTales (teatales.de)
Weinhandlung Suff (suffberlin.de)

Brotzeit: letzter Stand der Dinge!

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Mitgliederversammlung Sommer 2015

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Nicht nur mit dem Wetter hatten wir es gut getroffen. In einer offenen kollegialen Atmosphäre fand in der Bäckerei...

Posted by Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. on Sonntag, 12. Juli 2015

Wie definieren Sie Handwerk, handwerkliche Herstellung von Brot & Backwaren und somit auch Bäckerei?

Arbeitsgruppe1

In dem dazu stattfindenden Workshop werden die folgenden drei Fragen bearbeitet:
Souveränität im Handwerk – was bedeutet das?

Durch den Einsatz industrieller Vorprodukte (komplexe Backmittel, technische Enzyme, Vormischungen, Teiglinge oder sogenannte funktionelle Mehle) hat ein Großteil der Betriebe des Backhandwerks fachliche Kompetenz und damit Selbstbestimmung und Unabhängigkeit eingebüßt.
Unsere Souveränität als Handwerker*innen – also der Kern unserer handwerklichen Identität – hängt indes von unserem Wissen, unseren Erfahrungen und unserem handwerklichen Können ab.
Welche Herstellungsverfahren, Technologien, Zutaten, … sind für Bäcker*innen, denen es am Herzen liegt, ihr Handwerk in allen Einzelheiten zu beherrschen, nicht akzeptabel?

Welche Kriterien beschreiben ‚Qualität‘?

Handwerk ist verbunden mit Individualität, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Glaubwürdigkeit. Die gesellschaftliche Bedeutung zukunftsfähiger Handwerksunternehmen steht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Verantwortungsbewusstsein für das (lokale/regionale/globale) Gemeinwohl. Dazu gehören u.a.: die nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen (Boden, Wasser, biologische Vielfalt, …) zu berücksichtigen, unseren Auszubildenden und Mitarbeiter*innen eine gute und fundierte Ausbildung zu garantieren und unsere Kunden mit gesunden Lebensmittel zu versorgen.
Die Begeisterung und Leidenschaft, die Arbeit um ihrer selbst willen gut zu machen, hat immer zum Ziel Brot und Backwaren in ‚bester Qualität‘ herzustellen und anzubieten.
Welche Qualitätskriterien werden aktuell in den Betrieben berücksichtigt? Welche sollen zukünftig Berücksichtigung finden?

Technik im Handwerk – wo liegen die Grenzen?

Charakteristisch für die industrielle Lebensmittelherstellung ist die Anpassung der Rohstoffe an die Herstellungsprozesse, mit dem Ziel eine definierte, konstante Produktqualität bei steigender Produktivität zu gewährleisten.
Handwerklich produzierenden Bäckern/Bäckerinnen dagegen ist es möglich, auf der Grundlage des Zusammenspiels von Wissen, Erfahrung und handwerklichen Fertigkeiten, die Herstellungsverfahren in hohem Maße an die Rohstoffqualität anzupassen. Dieser Dreiklang bildet die Grundlage für unsere Unabhängigkeit als Lebensmittelhandwerker*innen.
Der Einsatz von Technik ist selbstverständlich auch im Handwerk sinnvoll. Bis zu welchem Punkt? Wo ist die Grenze im Handwerk erreicht, wenn Individualität, Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit und Selbstbestimmung zentrale Merkmale handwerklicher Produktion sind?
Wie beantworten Sie diese Fragen?
Die Definition des Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. von:
‚Handwerk, handwerklicher Bäckerei – und damit auch Bäckerei‘
veröffentlichen wir an dieser Stelle nach der Mitgliederversammlung!

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